Schwerpunkt Tourismus, BER & Luftverkehr

Deutschland besser erreichbar machen

WfE möchte Tourismus, internationale Erreichbarkeit und wirtschaftliche Entwicklung stärker zusammendenken. Im Mittelpunkt stehen zusätzliche wirtschaftlich tragfähige Direktverbindungen ab BER, eine gute Anbindung an Bahn und ÖPNV sowie eine Tourismusstrategie, die Berlin, Brandenburg und Deutschland gemeinsam betrachtet.

Arbeitsstand: Dieser Abschnitt beschreibt die aktuelle politische Arbeitsposition von WfE. Neue Flugverbindungen müssen wirtschaftlich tragfähig, rechtlich zulässig und mit Lärm-, Umwelt- und Klimaschutz vereinbar sein.

1. Mehr internationale Direktverbindungen

Direktverbindungen können Reisen einfacher machen und die internationale Erreichbarkeit einer Region verbessern. WfE möchte deshalb gemeinsam mit Flughafen, Fluggesellschaften, Tourismusverbänden und Wirtschaft prüfen, auf welchen Strecken zusätzliche Direktflüge langfristig tragfähig sind.

  • Wichtige Wirtschafts- und Tourismusmärkte in Europa, Nordamerika, Asien und dem Nahen Osten gezielt betrachten.
  • Nachfrage von Geschäftsreisenden und Urlaubsgästen gemeinsam bewerten.
  • Neue Strecken nicht nach politischer Symbolik, sondern nach Nachfrage, Nutzen und Wirtschaftlichkeit beurteilen.
  • Keine einzelne Fluggesellschaft politisch bevorzugen.

2. BER als internationales Tor der Hauptstadtregion

Der BER soll dort zusätzliche Direktverbindungen erhalten, wo eine belastbare Nachfrage besteht. Ziel ist nicht, künstlich ein Drehkreuz zu schaffen, sondern Berlin und Brandenburg international einfacher erreichbar zu machen.

Sachlicher Ausgangspunkt: Im Sommerflugplan 2026 werden vom BER rund 155 Ziele in 55 Ländern durch etwa 80 Airlines bedient. Quelle: Flughafen Berlin Brandenburg. Quelle: BER Sommerflugplan 2026

3. Tourismus und Wirtschaft zusammendenken

Internationale Besucher wirken nicht nur auf Hotels. Auch Gastronomie, Einzelhandel, Kultur, Museen, Veranstaltungen, Verkehr, Reiseveranstalter und weitere Dienstleistungen profitieren von touristischer Nachfrage.

  • Tourismusmarketing stärker mit Wirtschafts- und Verkehrspolitik verbinden.
  • Messen, Kongresse, Kultur- und Sportveranstaltungen in der internationalen Vermarktung berücksichtigen.
  • Deutschland als Reise- und Wirtschaftsstandort gemeinsam präsentieren.
  • Regionale Anbieter stärker in Tourismuskonzepte einbinden.

4. Berlin und Brandenburg gemeinsam vermarkten

Internationale Besucher sollen die gesamte Hauptstadtregion leichter entdecken können. WfE möchte prüfen, wie Berlin-Reisen besser mit touristischen Angeboten in Brandenburg verbunden werden können.

  • Gemeinsame internationale Kampagnen der Hauptstadtregion unterstützen.
  • Ausflugsziele außerhalb Berlins einfacher erreichbar machen.
  • Touristische Einnahmen stärker in der gesamten Region verteilen.

5. BER besser mit Bahn und ÖPNV verbinden

Ein internationaler Flughafen funktioniert nur dann gut, wenn Reisende ihr Ziel nach der Landung zuverlässig erreichen. Deshalb gehören Bahn und öffentlicher Nahverkehr zur Flughafenstrategie.

  • Zuverlässige Bahnverbindungen zwischen BER und Berlin stärken.
  • Fern- und Regionalverkehr zum Flughafen langfristig verbessern.
  • Informationen und Ticketangebote für internationale Gäste vereinfachen.
  • Barrierefreie Wege vom Flugzeug bis zum weiteren Verkehrsmittel sicherstellen.

6. Internationale Gäste gezielt gewinnen

Neue Flugverbindungen allein schaffen noch keine zusätzlichen Besucher. Deutschland braucht attraktive Gründe für Reisen.

  • Kultur, Geschichte und Museen international vermarkten.
  • Messen, Kongresse und Geschäftsreisen stärken.
  • Familien-, Natur- und Erholungsangebote sichtbarer machen.
  • Sport- und Großveranstaltungen in langfristige Tourismusstrategien einbinden.
Tourismus 2025: Berlin verzeichnete 2025 rund 12,4 Millionen Gäste und 29,4 Millionen Übernachtungen. Internationale Übernachtungen machten rund 41,1 Prozent aus. Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

7. Wirtschaftlichkeit vor dauerhaften Subventionen

WfE möchte keine Flugverbindung dauerhaft mit öffentlichen Geldern künstlich erhalten. Falls zeitlich begrenzte Anschubmaßnahmen geprüft werden, müssen sie transparent, rechtlich zulässig und an klare Kriterien gebunden sein.

  • Nachfrage und wirtschaftlichen Nutzen vorab prüfen.
  • Kosten und Alternativen transparent machen.
  • Öffentliche Unterstützung zeitlich begrenzen.
  • Langfristige Tragfähigkeit ohne Dauersubvention als Ziel festlegen.

8. Anwohner, Lärm und Umwelt berücksichtigen

Mehr internationale Erreichbarkeit darf nicht bedeuten, dass Belastungen für Anwohner und Umwelt ausgeblendet werden. WfE möchte wirtschaftliche Entwicklung, Mobilität und Lebensqualität gemeinsam betrachten.

  • Lärmschutz ernst nehmen.
  • Modernere und effizientere Flugzeuge fördern.
  • Bahnverbindungen auf geeigneten kurzen Strecken als Alternative stärken.
  • Umwelt- und Klimawirkungen bei politischen Entscheidungen transparent bewerten.

Zuständigkeit

Luftverkehr, Flughafenpolitik, Tourismusförderung und Verkehrsanbindung betreffen unterschiedliche Ebenen. Bund, Länder Berlin und Brandenburg, Kommunen, Flughafenbetreiber, Verkehrsunternehmen und private Fluggesellschaften tragen jeweils eigene Verantwortung. Internationale Luftverkehrsrechte und europäische Vorgaben müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Finanzierung und Umsetzung

WfE möchte bestehende Infrastruktur und Marketingstrukturen besser verzahnen, bevor neue dauerhafte Ausgaben geschaffen werden. Neue Förderinstrumente sollen mit Kosten, erwartetem wirtschaftlichem Nutzen, Laufzeit und Erfolgskriterien öffentlich nachvollziehbar gemacht werden.

Grundsatz: Deutschland soll international gut erreichbar sein. Entscheidend sind sinnvolle Direktverbindungen, eine leistungsfähige Verkehrsanbindung und eine Tourismusstrategie, die wirtschaftlichen Nutzen, Lebensqualität und Umwelt gemeinsam betrachtet.

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