1. Pflegeversicherung langfristig stabilisieren
Kurzfristige Beitragserhöhungen lösen strukturelle Probleme nicht dauerhaft. WfE will Einnahmen, Leistungen, versicherungsfremde Aufgaben und Ausgaben transparent gegenüberstellen.
- Regelmäßige langfristige Finanzberichte zur Pflegeversicherung.
- Versicherungsfremde Leistungen klar benennen und ihre Finanzierung prüfen.
- Leistungsausweitungen nur mit nachhaltiger Finanzierung beschließen.
- Verwaltungs- und Prüfstrukturen auf Doppelarbeit untersuchen.
2. Pflegebedürftige vor Überforderung schützen
Pflege darf nicht automatisch zur finanziellen Überforderung führen. Gleichzeitig müssen Leistungen finanzierbar und nachvollziehbar bleiben.
- Eigenanteile und ihre Bestandteile transparenter machen.
- Soziale Härten gezielt abfedern.
- Pflegeberatung frühzeitig und verständlich anbieten.
- Anträge vereinfachen und digitale wie persönliche Zugänge sichern.
3. Pflegende Angehörige entlasten
Ein großer Teil der Pflege findet zu Hause statt. Angehörige brauchen Beratung, Vertretung und Erholungszeiten.
- Kurzzeit-, Verhinderungs- und Tagespflege bedarfsgerecht ausbauen.
- Beratung aus einer Hand verbessern.
- Vereinbarkeit von Beruf und Pflege stärken.
- Psychosoziale Unterstützung und Selbsthilfeangebote bekannter machen.
4. Pflegeberufe stärken
Gute Pflege braucht ausreichend qualifiziertes Personal und Arbeitsbedingungen, unter denen Beschäftigte langfristig im Beruf bleiben können.
- Ausbildungskapazitäten sichern und Praxisanleitung stärken.
- Dokumentationspflichten auf pflegerischen Nutzen prüfen.
- Digitale Dokumentation vereinheitlichen, statt neue Doppelarbeit zu schaffen.
- Gesundheitsschutz, verlässliche Dienstplanung und Weiterbildung stärken.
5. Ambulant und stationär zusammendenken
Menschen brauchen je nach Lebenssituation unterschiedliche Formen der Unterstützung. Starre Grenzen zwischen Angeboten können Versorgung erschweren.
- Regionale Versorgungsplanung verbessern.
- Ambulante Dienste, Tagespflege, Kurzzeitpflege und Heime besser vernetzen.
- Neue Wohn- und Pflegeformen rechtlich und finanziell erleichtern.
- Prävention und Rehabilitation stärker nutzen, um Selbstständigkeit zu erhalten.
Zuständigkeit
Die soziale Pflegeversicherung ist bundesgesetzlich geregelt. Planung, Heimaufsicht, Investitionsförderung und regionale Versorgung betreffen zugleich Länder, Kommunen, Pflegekassen und Leistungserbringer.
Finanzierung und Umsetzung
WfE will zunächst Transparenz über Kosten und versicherungsfremde Aufgaben schaffen. Zusätzliche Leistungen sollen nur beschlossen werden, wenn Finanzierung und Personalbedarf nachvollziehbar geklärt sind.