1. Verlässliche Kinderbetreuung
Betreuung ist nicht nur Bildungsaufgabe, sondern auch Voraussetzung dafür, dass Eltern arbeiten können. Öffnungszeiten müssen stärker zu realen Arbeitszeiten passen.
- Ausbau verlässlicher Kita- und Hortangebote.
- Vertretungskonzepte entwickeln, damit Ausfälle nicht regelmäßig auf Familien abgewälzt werden.
- Randzeiten und besondere Arbeitszeiten stärker berücksichtigen.
- Qualität und Personalgewinnung gemeinsam mit Ländern und Kommunen verbessern.
2. Alleinerziehende stärker berücksichtigen
Wer Kinder allein betreut, kann Termine und Arbeitszeiten nicht beliebig verschieben. Behörden, Schulen und Arbeitgeber sollten diese Realität stärker berücksichtigen.
- Behördentermine und Beratungsangebote flexibler gestalten.
- Informationen zu Hilfen bündeln und verständlicher machen.
- Betreuungsengpässe bei arbeitsmarktpolitischen Anforderungen berücksichtigen.
- Unterstützung bei Krankheit oder akuten familiären Krisen besser zugänglich machen.
3. Pflegefamilien und Pflegekinder
Pflegeverhältnisse brauchen Verlässlichkeit und klare Zuständigkeiten. Häufige Wechsel von Ansprechpartnern oder ungeklärte Kostenfragen belasten Kinder und Pflegefamilien zusätzlich.
- Zuständigkeiten zwischen Jugendämtern und anderen Stellen verbindlicher klären.
- Pflegegeld, notwendige Zusatzkosten und Hilfen verlässlich und nachvollziehbar regeln.
- Pflegekinder altersgerecht an Entscheidungen beteiligen.
- Umgangs- und Rückführungsentscheidungen am Kindeswohl und an der konkreten Entwicklung ausrichten.
4. Kinder- und Jugendhilfe früh einsetzen
Hilfe sollte nicht erst beginnen, wenn eine Situation eskaliert. Prävention, Familienberatung und Jugendsozialarbeit können Probleme früher auffangen.
- Niedrigschwellige Familien- und Erziehungsberatung sichern.
- Schulsozialarbeit und Jugendhilfe besser vernetzen.
- Wartezeiten bei notwendigen Hilfen reduzieren.
- Hilfen regelmäßig auf Wirkung und tatsächlichen Bedarf überprüfen.
5. Kinderrechte und Beteiligung
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, aber sie haben eigene Rechte und Perspektiven. Ihre Meinung soll bei Entscheidungen, die sie betreffen, altersgerecht berücksichtigt werden.
- Beteiligungsformate in Schule, Jugendhilfe und Kommune stärken.
- Kindgerechte Informationen bei Behörden und Gerichten verbessern.
- Gewaltschutz und Beschwerdemöglichkeiten bekannter machen.
- Kinderarmut nicht nur über Einkommen, sondern auch über Teilhabe, Bildung und Wohnsituation betrachten.
Zuständigkeit
Familienleistungen, Kinder- und Jugendhilferecht sowie Teile des Arbeits- und Sozialrechts liegen beim Bund. Betreuung, Schulen und viele Hilfen werden durch Länder und Kommunen umgesetzt.
Finanzierung und Umsetzung
Neue Leistungen sollen zielgerichtet sein und bestehende Förderungen auf Überschneidungen geprüft werden. Priorität haben verlässliche Betreuung, frühe Hilfen und wirksame Unterstützung statt immer neuer paralleler Programme.